Mittwoch, 19. Januar 2022

The bottom of the page

The TIMES very kindly asked me to weigh in on their debate about whether Boris Johnson should stay on as Prime Minister (see below). It was printed at the bottom of the page.

Which reminds of this little anecdote:

It was Baron Boothby (1900-1986), a famous Conservative politician and an even more famous homosexual, who once stayed at Claridge's in London, and created some stir when young male pages would vanish for longer than expected after delivering champagne to his suite. At one point the concerned concierge decided to intervene. He stormed to his door and insisted for His Lordship to open it. Boothby refused, claiming he was reading a book  – and that he needed to concentrate. 

The concierge kept insisting: "I will be forced to break down the door, Sir, if you don't open immediately!"

"Don't worry!", Lord Boothby replied, "I will open the door. Once I'm done with the bottom of the page!"

Here is my little article at the bottom of the page – with a little stain. It looks like a mouse's brain (no pun intended, obviously), it's a watermark.









Freitag, 24. Dezember 2021

#Weihnachten – der letzte Fixstern

Lest bitte unbedingt Benedict Neffs Weihnachts-Leitartikel in der NZZ. Am besten nicht online, sondern die knisternde Zeitung in der Hand (dazu ein Eggnogg?). 

Es ist Benedicts erster Weihnachts-Leitartikel als neu bestallter NZZ-Feuilleton-Chef. Der erste Absatz brachte mich zum Lachen, in den folgenden kamen mir die Tränen, nicht sprichwörtlich, sondern IRL.

Und hier noch ein paar Worte, die ich im Austausch mit meinem Freund M.M. erarbeitet, aber nie veröffentlicht habe - meine Tochter ist der Meinung, der Ton sei ein wenig siebengescheit.








Mit seinem berühmten Satz 

„… das Schöne ist nichts als des Schrecklichen Anfang …“ 

hat Rilke vermutlich Weihnachten im Sinn.

Wir alle kennen das, alle Jahre wieder: Man freut sich auf das frohe Fest im Kreise der Familie und kurz danach liegt man sich in den Haaren. 

Rilkes Vers geht so weiter: „… den wir noch grade ertragen.“ 

Und damit sind wir schon mitten im Thema. Weihnachten ist das Fest der Liebe. Aber Liebe bedeutet nicht, dass man fortwährend auf Kuschelkurs ist, sondern vor allem damit, dass man sich gegenseitig zu ertragen bereit ist. Die treffendste Liebeserklärung überhaupt bietet die deutsche Sprache mit folgender Formulierung: „Ich kann dich gut leiden.“ Im Sinne von erleiden.

* * *

Wir verkitschen die Liebe.

Es muss immer alles eitel Sonnenschein sein. Ein gewaltiges Missverständnis. 

Das Wort Liebe hat viele Facetten. 

Der Eros, die körperliche Anziehung, ist nur eine von vielen. Ihn zum alleinigen Basis einer Ehe zu machen, ist zum Beispiel ein Fehler. Dafür ist er, der Eros, zu flüchtig, zu launisch. In der ganzen Geschichte der Menschheit bis zum Beginn des bürgerlichen Zeitalters, welches man auch das individualistische Zeitalter nennen könnte, hat der moderne, vom Eros bestimmte, Liebesbegriff für die Ehe nicht die geringste Rolle gespielt.

Joseph hat sich nicht in Maria verliebt, bevor er um ihre Hand anhielt. 

Mit Gewissheit haben sich die Familien zusammengetan und festgestellt, dass dies ein passendes Paar sein könnte. Liebe als erotische Begeisterung, physische Attraktion, Hingerissenheit vom anderen hat von der Steinzeit bis weit in unsere Epoche hinein als Grund für eine Ehe und als Bedingung ihrer Dauer überhaupt keine Bedeutung gehabt. Romeo und Julia sind, ebenso wie Tristan und Isolde, wenn man genau hinsieht, Beispiele einer Katastrophe, nicht ein wünschenswertes Ideal.

Eheliche Liebe ist christlich gesehen vor allem Teilnahme der Menschen am Schöpfungswerk Gottes. Die damit verbundenen Forderungen an Solidarität und Treue sind sehr nüchtern und dienen der Stabilität der Familie und der Gesellschaft.

Kurz gesagt: Ertragt einander!






Montag, 19. Juli 2021

Wrecking Ball Francis



Wenn – weil er angeblich veraltet ist – ein uralter Ritus der Sufis oder ein zen-buddhistische oder zoroastrische Liturgieform von irgendwelchen Autoritäten verboten werden würde (denn es ist de facto ein Verbot, was dieses Motu proprio des Heiligen Vaters hinsichtlich des Tridentinischen Ritus der Römisch-Katholischen Kirche erwirkt, hier die deutsche Presse-Verlautbarung des Vatikan), würde dies die Weltöffentlichkeit zu Recht als Akt des kulturellen Vandalismus beklagen.

Vielleicht täte man gut daran, den sogenannten "lateinisch" Ritus einfach unter das Dach des zu bewahrenden Weltkulturerbes zu stellen. Stand jetzt wäre er unter den Auspizien der UNESCO sicherer als unter jenen des gegenwärtigen Nachfolger Petri. 

Hier ein interessanter Podcast zu dem Thema aus der "Holy Smoke"-Reihe des "Spectator" und hier ein Text von Tim Stanley aus eben jener Wochenzeitschrift (leider hinter der Pay Wall). In wenigen Tagen wird sich (vermutlich) auch Ross Douthat in der NYT zu Wort melden. Ich schiebe das dann ggf. hier ______ nach.

Und hier noch meine WSNLM-Kolumne in der gedruckten BILD, in der ich das Thema streife:



Mittwoch, 13. Januar 2021

Carl Laszlo – Der Basler Beatnik

Die 3sat-Kulturzeit hat heute einen sehr schönen Beitrag über meinen 2013 verstorbenen Freund Carl Laszlo und dessen neu aufgelegtes Buch "Ferien am Waldsee" gesendet. Please watch, HIER klicken!